June 1st, 2017

Buchbesprechung: Lords of the Underworld "The Darkest Torment"

Kommen wir zu meiner Review zum (derzeit) aktuellsten Meisterwerk von Gena Showalter. Dieses Mal hab ich es mir nicht nehmen lassen, das Buch auf Englisch zu lesen, da die Deutsche Übersetzung manchmal ewig dauern kann.




Klappentext:

Can Beauty tame her Beast?
Driven to his death by the demon of Distrust, Baden spent centuries in purgatory. Now he's back, but at what cost? Bound to the king of the underworld, and even darker force, he's unable to withstand the touch of another... and he's quickly devolving into a heartless assassin with an uncontrollable temper. Things only get worse when a mission goes awry and he finds himself saddled with a bride - just not his own.

Famed dog trainer Katarina Joelle is forced to marry a monster to protect her loved ones. When she's taken hostage by the ruthless, beautiful Baden immediately after the ceremony, she's plunged into a war between two evils - with a protector more dangerous than the monsters he hunts. They are meant to be enemies, but neither can resist the passion burning between them... and all too soon the biggest threat is to her heart.

But as Baden slips deeper into the abyss, she'll have to teach him to love... or lose him forever.

"The Darkest Torment" ist der 12. Teil der Lords of the Underworld-Reihe. Die Hauptgeschichte umfasst 507 Seiten und erschien im Jahre 2016 im HQN Books Verlag. Außerdem befinden sich in dem Buch noch die Kurzgeschichte "The Darkest Day", eine Frage und Antwort-Runde zwischen Gena und anderen bekannten Autorinnen und eine Art Rekrutierungsakte von Hades über die Lords, die wirklich witzig zu lesen ist.


Worum geht es also?

Jahrhunderte, nachdem der ehemalige Träger des Dämons Misstrauen vor den Augen seiner Freunde geköpft wurde und somit eine große Lücke in den Herzen der Lords hinterlassen hat, ist Baden zurück in der Welt der Lebenden. Gefangen und versklavt von Lucifer, gerettet und erneut versklavt von Hades durch Schlangenarmreife, die es ihm ermöglichen, als körperloses Wesen wieder eine feste Gestalt annehmen zu können, muss er fortan für Hades bestimmte Aufgaben übernehmen - die einen schwierig, die anderen total sinnfrei (z.B. das Höschen der Harpyie, Taliyah, besorgen). Dabei steht er im ständigen Konkurrenzkampf mit Pandora, die das gleiche Schicksal wie er erlitten hat. Wer diesen Kampf gewinnt, wird von Hades reich belohnt - wer verliert, der ... nun, der verliert alles.

Seine erste Aufgabe führt ihn zu Aleksander, einen skrupellosen Mann, der eine Münze besitzt, die Hades unbedingt wieder haben will. Als er aber in die Kapelle stürmt und somit dessen Trauung unterbricht, kommt es zu einem folgenschweren Kampf. Alek weigert sich, die Münze herauszurücken, und Baden schwört, diesem jeden Tag etwas wertvolles zu nehmen, bis dieser die Münze hergibt. Somit nimmt er Katarina mit sich, ohne zu wissen, dass diese Frau der Schlüssel zu seiner Zukunft ist.
Katarina ist eine Hundetrainerin, die Alek eigentlich nie heiraten wollte. Aber da dieser ihre Hunde gefangen genommen und sie erpresst hat, seine Frau zu werden, stimmt sie der Vermählung widerwillig zu. Leider hält sich Alek nicht an sein Versprechen, was für Katarina eine Welt zusammenbrechen lässt.

Als Baden und Katarina sich endlich eingestehen, dass sie etwas füreinander empfinden, kommt das nächste Problem auf sie zu. Durch seine jahrhundertelange Abstinenz ist Badens Körper höchst empfindlich, jeglicher Hautkontakt verursacht unbeschreibliche Schmerzen. Doch Katarina beschließt, sich dem Problem anzunehmen. Und so finden die beiden nach und nach zueinander... bis es zu einem weiteren Zwischenfall kommt, der das junge Glück zu zerstören droht.

Außerdem ist da noch der Wettbewerb mit Pandora, bei dem beide irgendwann gegen ihren Willen zusammenarbeiten müssen. Denn die Schlangenarmreife von Hades haben noch eine ganz andere Nebenwirkung, die sie schlussendlich akzeptieren müssen.

Währenddessen sucht Hades weiterhin nach Verbündeten im Krieg gegen seinen Sohn, Lucifer. Lucifer wiederum zeigt keine Skrupel und setzt Baden auf seine Abschussliste, da dieser und die Lords auf Hades' Seite stehen, wodurch die Burg der Lords komplett dem Erdboden gleich gemacht wird. Mit der Einsicht, eine Gefahr für seine Freunde darzustellen, verlässt Baden letztendlich, zusammen mit Galen, seine Freunde. Und nimmt Katarina natürlich mit. Um ihr eine Freude zu machen, haben er und die anderen ihr zwei Hundewelpen geschenkt, ohne zu wissen, dass es sich bei den beiden nicht um normale Hunde handelt. Anfangs noch widerwillig, baut Katarina mit der Zeit zu den beiden eine tiefe Verbindung auf und verändert sich nach und nach selbst, sowohl körperlich als auch geistig. Doch Baden merkt davon nichts, wohl aber seine Kreatur, die er durch die Armbänder in seinem Körper beherbergt - Zerstörung.

Als Hades davon Wind bekommt, setzt er natürlich alles daran, Katarina als seine Verbündete zu bekommen - und es kommt zu einem interessanten Gespräch zwischen den beiden.

Desweiteren erfahren wir einiges über Gillian, die endlich ihren 18. Geburtstag hinter sich gebracht hat. Doch ihre Feier wurde von William abgesagt und Keeley gibt ihr ein "Geschenk", was sie leider fast das Leben kostet... anstatt, wie gewünscht, Unsterblichkeit. Also zieht William mit ihr los, um sie zu retten - nur um feststellen zu müssen, dass er sie verlieren wird. Lediglich eine Sache kann ihr noch helfen, die er ihr aber nicht bieten kann bzw. will. Bis Puckinn auftaucht, zur Hälfte Satyr und Hüter des Dämons Gleichgültigkeit. Mit letzter Kraft nimmt Gillian dessen Angebot an und bindet sich an ihn, was sie unsterblich und William rasend macht.

Und so ganz nebenbei schnappt Cameo sich drei der Artefakte, um ihr Glück zu finden. Denn sie weiß, auf ihrer letzten Reise hat sie einen Moment der Freude und des Glückes erlebt, den sie durch ihren Dämon allerdings vollständig vergessen hat. Sie möchte aber auch glücklich sein, so wie ihre Brüder, und beschließt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, ob dies nun ihr Leben kostet oder nicht. Ob sie Lazarus findet, wird sich im nächsten Buch klären.



Mein Fazit:

Also, ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll.
Zuerst einmal haben wir hier Baden, von dem man, außer in Aerons Buch, nichts gehört hat, außer dass er tot war. Dann tauchte er in Torins Geschichte wieder auf, und es war klar, dass er auf irgendeine Weise wieder ins Leben zurück kehren würde. Und ich habe mich gefreut, wirklich. Ich wollte wissen, was für ein Mann der Krieger ist, der von allen als "Gentleman of Mt. Olympus" bezeichnet wurde. Dass Gena allerdings seine Geschichte so früh niedergeschrieben hat, hatte mich dann schon etwas gewundert. Baden ist der einzige Lord, zu dem niemand wirklich eine Beziehung aufbauen konnte, weil niemand etwas über ihn wusste. Aber wer bin ich schon, dass ich mich beschweren könnte. Ich weiß selbst zu gut, dass, wenn es einem Autor in den Fingern juckt, er diese Geschichte auch niederschreiben muss - weil er/sie es möchte. Nicht, weil die Leser es vielleicht verlangen. Und Gena hatte selbst geschrieben, dass sie weder für Cameo noch für William zu dem Zeitpunkt einen Plot hatte. Letztendlich habe ich genug über Baden erfahren, um zu sagen: Ich mag ihn. Aber leider nicht mehr.

Kommen wir zur nächsten Person - Katarina. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich sie nicht wirklich leiden kann - genau wie seinerzeit Sienna. Sie war anfangs interessant für mich und es machte Spaß, Kapitel nach Kapitel zu lesen. Aber als sie sich dann vorgenommen hat, Baden zu "trainieren", wie sie eigentlich ihre Hunde trainierte, hat mir das schnell den Spaß genommen. Ich mein, ich liebe Hunde - deshalb hatte ich ihr auch immer wieder eine Chance gegeben. Aber ein unsterblicher Krieger ist doch kein Hund. Okay, letztendlich hat sie sowohl Baden als auch Zerstörung beruhigen können und hat sich als Gut für ihn erwiesen. Aber dennoch ging mir dieses ewige Hin und Her doch schon auf die Nerven.

Und dann kommen wir zu William und Gillian... Entgegen vieler anderer Leser war ich nie ein Freund davon, dass die beiden ein Paar werden sollten. William interessiert mich zwar nach wie vor und ich wünsche ihm ein Happy End - aber doch nicht mit Gilly. Deshalb war ich froh, als dann Puckinn, oder Puck, ins Spiel kam, der ihr das geben wollte, was sie von William niemals bekommen hätte. Dass Willy aber, anstatt Puckinn zu danken, ihm im Anschluss nachstellt und ihn einfach nur quälen bzw. zerstören will, ist eine Sache, die mir nicht in den Kopf will. Warum? Gilly wäre fast gestorben - Willy sollte froh sein, dass sie noch lebt. Und Gilly sollte sich nicht so anstellen, wie ein kleines Kind, und Puck auch ein wenig Dankbarkeit zeigen. Ich hoffe, von dem Satyr in Zukunft noch mehr zu erfahren - denn ich mag ihn. Er hat ein gutes, wenn auch gleichgültiges, Herz.

Über Galen kann ich noch immer nichts sagen. Anfangs war er Anführer der Jäger, immer darauf aus, die Lords zu töten. Und nun steht er plötzlich auf deren Seite, nur weil er ein Date mit Legion, Aerons Adoptivtochter, möchte? Aber ich werde mir jetzt kein Urteil über ihn bilden und warte einfach seine Geschichte ab.

Hades auf der anderen Seite wird immer interessanter, und ich habe seinen Butler, Pippin, lieb gewonnen. Kann es kaum erwarten, mehr über ihn zu lesen.

Tja, und dass die Lords nun auch noch die Unterstützung der Höllenhunde haben, ist eine Sache, an die ich mich erst gewöhnen muss.

Alles in allem ist "The Darkest Torment" aber ein solider Teil. Nicht der beste, aber auch keinesfalls schlecht. Ich habe ein paar Tage gebraucht, da ich nicht oft Bücher auf Englisch lese, aber dennoch konnte ich es kaum weglegen und habe sogar mein eigenes Buch links liegen gelassen.