May 2nd, 2017

Buchbesprechung: Engelslust

Oder Von magisch angetriebenen Staubsaugern und Putzrobotern



Mit "Engelslust" habe ich einen weiteren hocherotischen Roman der Deutschen Autorin, Inka Loreen Minden, für mich entdeckt und innerhalb 48 Stunden quasi verschlungen.

Klappentext:
Was wäre, wenn nicht nur die Hölle, sondern auch die Menschen- und Mythenwelten von einer einzigen Frau regiert würden? Noch dazu einer, die ebenso teuflisch attraktiv wie gefährlich ist?

Das ist Cains größte Sorge, als er in New York auf Raja, die Tochter der machtgierigen Höllenfürstin, trifft. Der Engel eines himmlischen Sonderkommandos setzt alles daran, dass ein gestohlener magischer Kelch nicht in ihre Hände fällt. Dieser verleiht seinem Besitzer die alleinige Herrschaft über alle Welten, wenn man ihn mit sieben besonderen Zutaten füllt. Daher muss der Kelchdieb, ein gefährlicher Magier, unbedingt aufgehalten werden. Ein globaler Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Doch als Engel in einem funktionstüchtigen, menschlichen Körper zu stecken, kann ganz schön fies sein, wenn Raja versucht, mit weiblicher Verführungskunst an den Kelch zu gelangen...


Worum geht es also in diesem Roman genau?
Der äußerst attraktive Engel, Cain, wird mit der verantwortungsvollen Aufgabe betreut, einen sehr mächtigen und magischen Kelch wiederzufinden, der von einer unbekannten Person gestohlen wurde. Mit diesem Kelch ist es möglich, die Herrschaft über alle Welten zu übernehmen und damit alles ins Chaos zu stürzen.
Dabei ist ihm der Kelchdieb immer einen Schritt voraus.
Aber nicht nur die Engel haben von der ganzen Sache Wind bekommen, sondern auch die Dämonen, angeführt von der mächtigen Xira, haben Interesse an dem Artefakt. Und so bittet sie ihre Tochter, Leraja, eine hübsche Frau, halb Dämon, halb Elfe, ebenfalls auf die Suche zu gehen. Für Leraja ist dies die Möglichkeit, ihrer Mutter zu beweisen, dass sie als Dämon doch etwas taugt und so irgendwann den Thron besteigen zu können.
Allerdings hat sie ihre Rechnung ohne Cain gemacht, denn zufällig finden sich beide gegenseitig sexuell alles andere als abstoßend. Und so kommen schneller, als beiden Lieb ist, Gefühle mit ins Spiel.
Das Problem ist allerdings, dass es Cain als Engel aufs Schärfste untersagt ist, sich den irdischen Gelüsten hinzugeben. Noch dazu mit einem Dämon.

Und dann haben wir noch Magnus Thorne, den "Bösewicht" in dieser Geschichte. Mit Hilfe der hübschen Engelsdame, Amabila, die er für sein Vorhaben benutzt, sucht und findet er nach und nach die benötigten Zutaten, um den Kelch zu aktivieren und am Ende für seine Zwecke zu benutzen. Aber dann kommt doch alles ganz anders, und auch er wird von seinen Gefühlen übermannt.

Und zu guter Letzt haben wir noch Xira, die Herrscherin des Dämonenreiches, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgt und dafür sogar über Leichen gehen würde. Wenn nur ihre nichtsnutzige Tochter nicht wäre

Alles in allem ist es ein etwas verwirrender Kampf zwischen "Gut und Böse", und wieder einmal steht das Schicksal der Welt auf der Kippe. Oder ist es vielleicht doch ganz anders?


Persönliches Fazit:
Zu Beginn tat ich mich ehrlich gesagt noch etwas schwer mit dem lesen, vor allem, weil ich doch selbst gerade eine Geschichte über einen Engel schreibe.
Aber spätestens im 2. Kapitel war ich ans Buch gefesselt und legte es nur noch zum Schlafen aus der Hand. Zwischen Leraja und Cain geht es schon sehr früh heftigst zur Sache, was mich als jahrelanger Single alles andere als kalt ließ *hust*.
Und dann noch die Sache zwischen Magnus und Amabila - anfangs sehr verwirrend, aber mit der Zeit einfach nur noch wunderschön. Und wie so üblich bei vielen Büchern zuvor, wäre ich am liebsten mehr als einmal durch die Seiten geklettert und hätte den Charakteren mal ins Gewissen geredet, damit sie ihre verdammte Sturheit ablegen. Man, das ist ja teilweise nicht zum aushalten, wie blind man sein kann :D

"Engelslust" hat mich von Anfang bis zum Ende in seinem Bann gehabt. Ich habe mich mit Cain gefreut und mit ihm gelitten. Und an einer bestimmten Stelle stahl sich sogar eine verräterische Träne aus meinen Augen heraus, so lieb habe ich diesen Sturkopf gewonnen.
Die Geschichte ist wieder einmal, wie man es von Inka Loreen Minden gewohnt ist, herrlich erotisch und äußerst prickelnd geschrieben, zart besaitete würden nicht selten mit einem hochroten Kopf über ihrem Buch sitzen. Aber ich liebe ja solche Geschichten über alles.

Allerdings hatte ich besonders im letzten Kapitel ein wenig den Faden verloren. Ein wenig verwirrt war ich über das Schicksal von Cain und seinem plötzlichen "Wandel". Außerdem hätte ich gern gewusst, was aus Xira geworden ist. Oder aus Shahrukh, ihrem persönlichen Liebessklaven.

Aber spätestens der anschließende "Besuch" von Inka bei Magnus Thorne brachte mich wieder zum schmunzeln. Und spätestens, als die Rede von magisch angetriebenen Staubsaugern und Putzrobotern war, wusste ich: Eine Rezension über dieses Buch kann nicht bis morgen warten.
Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen Blick in dieses Buch zu werfen - besser zu spät als nie.

Wenn ich jetzt noch wüsste, ob Crispin, Cains Kollege, auch irgendwann noch sein Glück findet, dann wäre ich noch viel glücklicher.